Sommerschnitt

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Bei Kirschbäumen können im Juni/Juli Schnitt und Ernte in idealer Weise kombiniert werden. Drei Gründe sprechen dafür:

  • Gerade Süßkirschen sind empfindlich gegenüber Schnitt im Winterhalbjahr, weil sie viel früher als andere Obstbäume Saft treiben und Schnittwunden dann leicht ausbluten können. Beim Sommerschnitt um St. Johannis (21. Juni) können die Wunden dagegen optimal verheilen.
  • Süßkirschen können sehr groß werden und wachsen den meisten Gartenbesitzern tendenziell über den Kopf. Beim Schnitt im belaubten Zustand werden mit den Blättern erheblich mehr Nährstoffe entfernt als im Winterhalbjahr, und der Baum wird im Größenwachstum viel nachhaltiger gebremst.
  • Die allerbesten Früchte wachsen an den einjährigen Trieben ganz oben in der Krone. Genau dort werden beim Altbaumschnitt die stärksten Schnitteingriffe durchgeführt, um die Krone zu öffnen und Licht bis in die unteren Kronenbereiche gelangen zu lassen. Nach dem Schnitt kann man die Kirschen dann bequem am Boden aus den abgeschnittenen Trieben ernten.

Gestern habe ich in Hannover einen tollen Kirschbaum geschnitten. Der Unterschied vor und nach dem Schnitt ist klar erkennbar, unter anderem daran, dass wieder deutlich mehr Sonnenlicht bis auf den Rasen unter dem Baum durchdringt. Der Schnitteingriff war allerdings bei weitem nicht so radikal, wie man das oft an Altbäumen sieht, die daran nicht selten nach einigen Jahren zugrunde gehen. Leckeres Nebenprodukt des gestrigen Schnitts waren über 60 Kilo süße Kirschen!