Schnitt einer Gleditschie: Ein Hauch von Savannne

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Foto: J. Steinmetz

Ein Stammkunde aus Wilkenburg bat mich um Unterstützung: Eine Gleditschie war zu groß geworden und beschattete zunehmend das Nachbargrundstück. Eine behutsame Einkürzung sollte her. Für solche Auslichtungen ist der Sommerschnitt besonders wirkungsvoll, weil Bäume darauf zurückhaltend reagieren – und nicht mit übermäßigem Austrieb wie nach einem Schnitt im Winter (wenn die Bäume das entstandene Ungleichgewicht zwischen Krone und Wurzel wieder ausgleichen wollen).

Nach meinem Verständnis ist der Schnitt eines Altbaumes dann besonders gut gelungen, wenn der Baum zwar deutlich ausgelichtet wird, wenn aber sein Charakter respektiert wird und anschließend auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist, dass er frisch geschnitten wurde.

Bei der Wilkenburger Gleditschie ist das in meinen Augen der Fall: Gleditschien haben von Natur aus einen sehr lockeren Wuchs, der an den von Akazien in der afrikanischen Savanne erinnert. Diese Gleditschie ist nach dem Schnitt nun noch luftiger als vorher. Wer etwas Fantasie mitbringt, kann sich diesen Baum auch in der Serengeti vorstellen…