Bekämpfung von Obstbaumkrankheiten: Zweigmonilia

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Im vergangenen Winter hatte mich ein Kunden in der hannoverschen Südstadt mit dem Schnitt eines ca. 40 Jahren alten Apfelbaums beauftragt. Dieser Baum war vor ca. drei Jahren sehr radikal geköpft worden und hatte mit wildem Triebwachstum („Wasserschosser“) reagiert. Sein ursprüngliches Kronenvolumen – und damit das Gleichgewicht mit der Wurzel – hatte er bei weitem noch nicht wieder erreicht. Eigentlich verbietet sich in einem solchen Fall ein starker Rückschnitt im Winter, allenfalls ein behutsames Verschlanken der dominanten und zukunftsträchtigen Triebe wäre angemessen.

Zweigmonilia im Winter

Bei näherem Hinsehen stellte sich aber heraus, dass die meisten Triebe von der Zweigmonilia befallen waren.

Man kann diese Pilzkrankheit bekämpfen, indem man alle befallenen Triebe entfernt. Obwohl das bei diesem Baum wegen der Vorgeschichte problematisch schien, entschieden der Kunde und ich uns für diesen radikalen und zeitraubenden Eingriff. In meinem Kopf blieb ein großes Fragezeichen: Wie würde der Baum wohl darauf reagieren?

Apfelbaum vor und nach dem Schnitteingriff

Nach einem solch starken Eingriff ist es natürlich immer günstig, den Baum im folgenden Sommer erneut zu begutachten. Das passierte Mitte Juli. Und wir hatten doppelten Grund zur Erleichterung: Der Neutrieb war weniger ungestüm als befürchtet, und die Anzahl der Triebe, die noch deutlich sichtbar von Zweigmonilia befallen waren, war sehr überschaubar. Bei meinem Schnitteinsatz habe ich diese Triebe nun entfernt. Jetzt bestehen gute Chancen, dass die Pilzkrankheit vollständig beseitigt ist.

Zweigmonilia im Sommer: befallene Triebe sterben abschnittsweise ab
Durchmustern der Triebe auf Befallssymptome
befallene Triebe und Früchte (Fruchtmumien) werden komplett entfernt